Trier. Die Kaiserthermen waren schon in der Antike eine Bauruine. So wie geplant, wurden sie nicht fertiggestellt. Als Maximian, der ab 286 zum Augustus erhoben wurde und die Regierung im Westen des Römischen Reiches übernahm, Trier zu seiner Residenzstadt bestimmte, erforderte das ein umfangreiches Ausbauprogramm, das dann später Caesar Konstantinus Chlorus weiter führte.
Dabei war der Neubau einer Thermenanlage, so wie sie es in römischen Städten üblich ist, vorgesehen. Für den Bau dieser Thermenanlage wurden Wohnhäuser im entsprechenden Areal niedergelegt und im letzten Drittel des 3. Jh. war Baubeginn.
Es entstanden ein Kaltbad (frigidarium), ein Bad mit lauwarmen Wasser (trepidarium) sowie das Heißbad (caldarium). Eine Säulenhalle (porticus) und ein Platz für Sport und Spiele schloss sich an.
Als Konstantin der I., seine Residenz nach Konstantinopel verlegte, stellte man die Bautätigkeit an der Thermenanlage vorerst ein. Ab ca. 369 ließ Valentin der I. die Thermen umbauen.
Teile der Anlage wurden wieder abgebaut und aus dem was übrig blieb, entstanden eine Empfangs- oder Exerzierhalle und als Erweiterung die kasernenartigen Umbauten, um den Innenhof.

Blick vom Aussichtsturm

- frigidarium (Kaltwasserbad)
- piscina I (Wasserbecken)
- porticus (offene Säulenhalle)
- palestra (Freigelände für Sport und Spiel)

Fussbodenheizung

- piscina II (halbrundes beheiztes Wasserbecken)
- caldarium (Warmbad)
- Kesselhaus



Versorgungstrakte mit Bedienungsgängen

Wasserleitung und Abwasserkanal
Text und Fotos ©Heidi Göritz
Literatur:
Bauer, R.: Trier, Rom des Nordens, Trier 2015.
Clemens, G. u. L.: Geschichte der Stadt Trier, München 2007
Cüppers, H. (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz, Mit Beitr. v. Bernharrd, H. …, Stuttgart 1990.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz(Hrsg.): Goethert, K., Weber, W.: Römerbauten in Trier. Führungsheft 20. Edition Burgen Schlösser Altertümer, 2. Aufl. Regensburg 2010.
Heinen, H.: Trier und das Trevererland in römischer Zeit, Trier 1997
Krencker, D.: Das römische Trier, Berlin 1923.